Für ihre außerordentlich Verdienste um die Vermittlung und Verbreitung des musikalischen Erbes Heinrich Schütz‘ und seiner Zeit ehren wir Dr. Christina Siegfried mit dem Internationalen Heinrich-Schütz-Preis 2026.
Die Preisverleihung findet am 7. Oktober 2026 in der Annenkirche in Dresden statt.
Die Laudatio hält Hille Perl.
Bereits im Vorfeld der Preisverleihung unterstreicht die Laudatorin die Entscheidung für Dr. Christina Siegfried als Schütz-Preisträgerin 2026: „Die Ehrung und Würdigung der Arbeit eines Menschen erfolgt immer dann, wenn diese Person weit über die normale Erfüllung eines Jobs oder einer Aufgabe hinaus geht, wenn es gelungen ist, neue Kontexte zu erschaffen, ungeahnte Verbindungen zu knüpfen und dadurch die Inhalte weit in die Zukunft strahlen zu lassen. Es ist dieses besondere Maß an Leidenschaft für Musik, für die Tatsache, dass unser kulturelles Leben ein Klebstoff ist, der die Gesellschaft zusammenhält, der das Leben mit lebenswertem Inhalt und Glück erfüllen kann, das Dr. Christina Siegfried auszeichnet“.
Von 2009 bis 2025 war Dr. Christina Siegfried Intendantin des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTs und entwickelte es zu einem international anerkannten Festival und festen Höhepunkt im mitteldeutschen Veranstaltungskalender. Sie gab dem einzigen Festival Europas, das einem Komponisten des 17. Jahrhunderts gewidmet ist, auch durch die enge und verbindliche Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Kolleg:innen ein unverwechselbares Profil. Konzerte, Lesungen, Gespräche sowie viele andere Formate gestaltete sie stets als Einladung: Wissenschaftlich fundiert und konzeptionell anspruchsvoll, offen für die Gegenwart und ihre Themen waren ihre Jahresthemen und Programme, die besondere Konzertmomente an auratische Orte brachten. Dr. Christina Siegfried machte das HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST über mehr als 15 Jahre zu einem Ort lebendiger Begegnung zwischen Künstler:innen aus dem In- und Ausland und einem neugierigen wie dankbaren Publikum.
Höhepunkt ihres Wirkens als Brückenbauerin zwischen dem 17. und dem 21. Jahrhundert war das Festjahr SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ zum 350. Todestag des Sagittarius. 199 unmittelbar verantwortete Veranstaltungen und 400 assoziierte Veranstaltungen weltweit trugen Heinrich Schütz und die Musik seiner Zeit in neue Räume und Kontexte. Mehr als 25.000 Besucher ließen sich in 13 Monaten vom Kosmos „Heinrich Schütz“ begeistern und bewegen.
___________________
Die aus Thüringen stammende Dr. Christina Siegfried ist promovierte Musikwissenschaftlerin. Von 2009 bis 2025 war sie Geschäftsführerin des Vereins Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. mit Sitz in Magdeburg, Künstlerische und Geschäftsführende Intendantin des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTs sowie von 2019 bis 2022 Künstlerische und Geschäftsführende Intendantin zum Festjahr SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ anlässlich des 350. Todestags von Heinrich Schütz. Zuvor arbeitete sie u.a. als Chefdramaturgin der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci (1991-2007). Im Rahmen des Abschlusskonzerts zum HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST 2025 wurde Dr. Christina Siegfried feierlich in den Ruhestand verabschiedet
Dr. Christina Siegfried, künstlerische und geschäftsführende Intendantin des Heinrich Schütz Musikfests von 2009 bis 2025 | Foto: Mathias Marx
wird seit 2018 anlässlich des Heinrich Schütz Musikfests als Ehrenpreis vergeben und würdigt herausragende künstlerische wie wissenschaftliche Leistungen in der Vermittlung und Verbreitung der Musik von Heinrich Schütz und seiner Zeit sowie herausragendes Engagement in deren Bewahrung und Förderung.
Wer 2026 mit dem Preis ausgezeichnet wird, wird voraussichtlich im September veröffentlicht. Die Preisverleihung findet am 7. Oktober 2026 in Dresden statt.
wurde von der in Berlin lebenden renommierten Bildhauerin und Medailleurin Anna Franziska Schwarzbach geschaffen. Der Heinrich-Schütz-Preis in Form einer in Silber gegossenen Medaille zeigt das Portrait des kurfürstlich-sächsischen Hofkapellmeisters samt eigenhändigem Namenszug „Henrich Schütz / Capellmeister“. Der umlaufende Schriftzug „parens nostrae musicae modernae“ benennt Schütz (1585–1672) als den „Vater unserer modernen Musik“, als den ihn bereits seine Zeitgenossen zu würdigen wussten. Auf der Rückseite der Medaille ist das Signet des Heinrich Schütz Musikfests zu sehen, welches aus einem Bassschlüssel im Autograph von Schütz‘ Osterdialog SWV 443 entwickelt wurde.