Für ihre große Verdienste um die Bewahrung, Erforschung und Verbreitung des musikalischen Erbes von Heinrich Schütz und seiner Zeit auch im internationalen Rahmen und Maßstab ehren wir die Internationale Heinrich-Schütz-Gesellschaft mit dem Internationalen Heinrich-Schütz-Preis 2025.
Die Preisverleihung findet am 3. Oktober 202 in Gera statt.
Die Laudatio hält Prof. Dr. Silke Leopold.
„Heinrich Schütz war ein Weltbürger ohne Berührungsängste gegenüber anderen Sprachen, anderen Kulturen, anderen Konfessionen. Dennoch wurde er schon im 17. Jahrhundert für das „Teutsche“ vereinnahmt und später gar zum „Vater der deutschen Musik“ stilisiert. Es ist auch das Verdienst der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft, dieser beschränkten Sichtweise beharrlich und unaufgeregt entgegenzutreten und mit ihren wissenschaftlichen wie auch künstlerischen Aktivitäten unsere Wahrnehmung dieser Musik und dieser Komponistenpersönlichkeit zu erweitern. Mit ihren Sektionen in der ganzen Welt von Japan bis zu den USA, von Schweden bis Frankreich hat sie viel dazu beigetragen, der Musik von Heinrich Schütz einen Platz im internationalen Konzertleben zu sichern“, unterstreicht Laudatorin Prof. Dr. Silke Leopold die Auszeichnung.
Die Internationale Heinrich-Schütz-Gesellschaft (ISG) wurde 1930 unter dem Namen „Neue Schütz-Gesellschaft“ von Hans Joachim Moser, Karl Vötterle und weiteren Mitbegründern ins Leben gerufen. Sie zählt zu den traditionsreichsten Musikgesellschaften Deutschlands und hat ihren Sitz in Kassel – jener Stadt, in der Heinrich Schütz seine erste Wirkungsstätte fand. Ihre internationale Ausrichtung zeigt sich in den eigenständigen Sektionen, die sich vor allem in Skandinavien, Frankreich, Japan sowie in den USA und Kanada seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etabliert haben. Zentrale Höhepunkte des Jahresprogramms bilden die Internationalen Heinrich-Schütz-Feste, die regelmäßig an wechselnden Orten stattfinden. Diese verbinden wissenschaftliche Reflexion und künstlerische Praxis, fördern den Austausch unter den Mitgliedern und eröffnen Räume für neue Begegnungen. Auch in der wissenschaftlichen Publikationslandschaft setzt die ISG Maßstäbe: Seit 1978 gibt sie das Schütz Jahrbuch heraus, das weltweit zu den führenden musikwissenschaftlichen Fachzeitschriften zählt und insbesondere die deutsche Musik des Frühbarock in den Mittelpunkt stellt. Darüber hinaus verantwortet die Gesellschaft eine Reihe bedeutender Editionen beim Bärenreiter-Verlag in Kassel. Dazu gehören die Neue Schütz-Ausgabe, das Schütz-Werke-Verzeichnis sowie das Schütz-Handbuch. Auch Werke von Johann Hermann Schein (Neue Ausgabe sämtlicher Werke) und Leonhard Lechner erscheinen unter ihrer Mitwirkung.
Das Internationale Heinrich-Schütz-Fest 2023 in Krakau | Foto: Christoph Schluckwerder
Arno Paduch, Präsident der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft | Foto: Mathias Marx
wurde von der in Berlin lebenden renommierten Bildhauerin und Medailleurin Anna Franziska Schwarzbach geschaffen. Der Heinrich-Schütz-Preis in Form einer in Silber gegossenen Medaille zeigt das Portrait des kurfürstlich-sächsischen Hofkapellmeisters samt eigenhändigem Namenszug „Henrich Schütz / Capellmeister“. Der umlaufende Schriftzug „parens nostrae musicae modernae“ benennt Schütz (1585–1672) als den „Vater unserer modernen Musik“, als den ihn bereits seine Zeitgenossen zu würdigen wussten. Auf der Rückseite der Medaille ist das Signet des Heinrich Schütz Musikfests zu sehen, welches aus einem Bassschlüssel im Autograph von Schütz‘ Osterdialog SWV 443 entwickelt wurde.