Spurensuche. Anstoß und Aufbruch

23.06.2026

Von Bad Köstritz bis Dresden: Das diesjährige HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFEST findet vom 2. bis 11. Oktober 2026 statt. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.


PRESSEINFORMATION, 23.06.2026

Spurensuche. Anstoß und Aufbruch

Von Bad Köstritz bis Dresden: Das diesjährige Heinrich Schütz Musikfestfindet vom 2. bis 11. Oktober 2026 statt. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Wie heutig ist die Musik von Heinrich Schütz? Dieser Frage widmet sich das Heinrich Schütz Musikfest 2026. Unter dem Titel „Spurensuche. Anstoß und Aufbruch“ macht es die Rezeption, das Nachleben und die Wirkungsgeschichte des Werks und der historischen Figur Heinrich Schütz‘ zum gestaltenden Gedanken.

Das hochkarätig besetzte Festival findet vom 2. bis zum 11. Oktober 2026 in Dresden, Bad Köstritz, Gera, Weißenfels und Zeitz statt – veranstaltet von der Mitteldeutschen Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM) in Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern in den Schütz-Orten Mitteldeutschlands. Auf dem Programm stehen Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Führungen ebenso wie musikalische Gottesdienste und Vespern. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Interimsintendant Gerd Amelung schreibt weiteres Kapitel der Wirkungsgeschichte von Schütz

Der Cembalist Gerd Amelung hat den Auftrag angenommen, als Interimsintendant ein weiteres, lebendiges Kapitel der Wirkungsgeschichte von Heinrich Schütz zu schreiben. Ausgehend von dem historisch-wissenschaftlichen Thema hat er vier Schwerpunkte gewählt, die die 28. Ausgabe des Heinrich Schütz Musikfests in der aktuellen musikwissenschaftlichen Forschung und historisch informierten Aufführungspraxis verwurzeln – und gleichzeitig neue und inspirierende Gestaltungs- und Erfahrungsräume eröffnen.

„Spuren“ folgt Schütz als Lehrer und Kollege, „Export“ begleitet seine Musik in die europäische Nachbarschaft. „Renaissance“ spürt der Wiederentdeckung im 19. und 20. Jahrhundert nach und „Experiment“ erkundet, wie Schütz heute weitergedacht wird. Rund 40 Veranstaltungen zeigen Schütz’ Musik nicht als museales Erbe, sondern als lebendigen Kosmos.

Interimsintendant Gerd Amelung: „Wie „heutig“ ist Heinrich Schütz, welche Spuren prägt er in und für uns? Das ist eine Frage, die sich jede Generation neu stellen muss. Schon in seinem Schülerkreis und mehr noch seit den Anfängen seiner Wiederentdeckung um 1840 sind die Antworten zahlreich und grundverschieden – damit beschäftigen wir uns dieses Jahr. Ein wichtiges Element ist dabei die Frage, was Schütz mit uns heute macht. Deshalb bin ich besonders glücklich, dass gleich zwei Auftragskompositionen das Heinrich Schütz Musikfest bereichern werden. Freuen Sie sich mit mir auf inspirierende Erlebnisse und begeisternde Begegnungen mit den Ausführenden und dem Publikum.“

Vokalensemble THE PRESENT ist artist in residence

Als artist in residence wird das Berliner Solistenensemble THE PRESENT das Heinrich Schütz Musikfest 2026 maßgeblich prägen. Mit vier Programmen und unbändiger Experimentier- und Spielfreude erkunden die Sängerinnen und Sänger um die künstlerischen Leiterinnen Hanna Herfurtner, Amélie Saadia und Olivia Stahn in sechs Konzerten den musikalischen Kosmos rund um Heinrich Schütz. Das solistische Vokalensemble zeichnet sich durch seine konzeptuellen Programme aus und verschränkt bewusst Alte und Neue Musik miteinander. Dadurch entstehen genreübergreifende, oft performative, witzige und unakademische Konzertformate, die experimentelle Elemente integrieren und stilistische Grenzen bewusst überschreiten.

Seit seiner Gründung im Jahr 2019 realisiert THE PRESENT in wechselnden Formationen Eigen- und Auftragsproduktion im In- und Ausland, gilt als Experten-Ensemble in der Schnittmenge von historischer Aufführungspraxis und zeitgenössischer Interpretation und hat eine unverkennbare künstlerische Handschrift entwickelt, die Alte Musik im heutigen Kontext überzeugend weiterschreibt.

THE PRESENT: „Die Residence beim Heinrich Schütz Musikfest ist für uns eine Auszeichnung. Dass unser Ansatz, Alte und Neue Musik zu verbinden, auf Resonanz stößt und auch eine interessante Perspektive auf Heinrich Schütz’ Musik sein kann, freut uns sehr. Ganz im Sinne seiner Wissbegier haben wir uns gefragt, wie wir Schützens Werk bestmöglich ins Jetzt holen können. Wir wollen seine Musik so frisch und „heutig“ wie möglich musizieren – ob klassisch, neu arrangiert, ungewohnt besetzt, verfremdet oder anderweitig bearbeitet.“

Die Musikfest-Residence 2026: Vier Programme – zwei Uraufführungen – sechs Konzerte

Eröffnungskonzert: Erhöre uns, wenn wir anrufen. Eine Séance für Heinrich Schütz
02.10.2026, Zentralwerk Pieschen, Dresden
04.10.2026, Festsaal Schloss Moritzburg, Zeitz

„Authentisch" oder „historisch informiert" – für Musikerinnen und Musiker wie für ihr Publikum galten und gelten diese Begriffe oft als Goldstandard und Maßstab anspruchsvoller Interpretationsvergleiche. Hochspezialisierte Detailfragen ebenso wie der grundsätzliche Wunsch zu verstehen, wie die Musik von Heinrich Schütz zu seinen Lebzeiten wirklich geklungen hat: Diese Kontroversen prägen den musikalischen Diskurs seit Generationen. Da abschließende, eindeutige Antworten kaum möglich sind, wagt THE PRESENT als kühner Spurensucher ein Experiment und nimmt Kontakt zur Vergangenheit auf. Die Italienischen Madrigale SWV 1–19 sowie eine Uraufführung der US-amerikanischen Komponistin Laura Steenberge (*1981) dienen dabei als Vehikel, um Heinrich Schütz unmittelbar zu seinem Schaffen zu befragen. Mit einem Augenzwinkern stellt der artist in residence zum Auftakt des Musikfests die entscheidende Frage: Wird es gelingen, Kontakt zu Heinrich Schütz aufzunehmen? Geht der Komponist ans Geistertelefon?

Schützling. Ein geselliger Abend in der Klangwelt des jungen Heinrich
07.10.2026, Besucherzentrum Dreiseitenhof der Köstritzer Schwarzbierbrauerei, Bad Köstritz
09.10.2026, Altes Brauhaus, Weißenfels

In einem Gasthaus stimmt jemand zwischen Reisenden und Zechern das Volkslied „Ich stund an einem Morgen“ an. Die vielfach vertonte Weise erzählt vom Aufbruch und Abschied, von einem Knaben, der hinaus in die Welt zieht. Wer ihm folgt, taucht ein in die musikalische Vielfalt der Schütz-Zeit zwischen Trinklied und geistlichem Gesang. THE PRESENT spürt in „Schützling“ der kindlichen Wahrnehmung des Gastwirtsohns Heinrich Schütz nach, die sich gleichermaßen für ein einfaches Volkslied wie für die hochkomplexe Musik der Renaissance begeistern kann. Die Sänger:innen begleiten sich bei dieser Spurensuche durch ganz frühe Inspirationsmomente selbst mit Instrumenten aus ihren Kinderzimmern. Es erklingen Werke von Hassler, di Lasso, Aleotti, Janequin und da Palestrina.

Man lobt dich in der Still‘. Polyphones Innehalten
08.10.2026, Klemperer-Saal der SLUB, Dresden

Weil Musik heute überall verfügbar ist, erklingt sie auch im Konzert fast immer „im Kontext“: Referenzaufnahmen, historisches Hintergrundwissen, Konzertsituationen helfen, ein Konzert und seine Werke einzuordnen. Doch stellt sich die Frage, ob nicht die Offenheit für das Erleben und den Klang verlorengehen. Ein Erleben mit allen Sinnen gibt es nur im Jetzt. So ist Achtsamkeit eine Resilienz fördernde Grundkompetenz, die es ermöglichen kann, angesichts überbordender Reize und verstörender Nachrichten nicht in Schockstarre zu verfallen, Mitgefühl und Zuversicht nicht zu verlieren. Mit dieser Performance mit Musik von Heinrich Schütz, Laura Steenberge, Moritz Gagern und anderen schaffen THE PRESENT zusammen mit Altistin und Achtsamkeitslehrerin Bernadette Beckermanneinen Raum der radikalen Gegenwart.

Abschlusskonzert: Il Vasto Mar. Aus dem sicheren Hafen auf zu neuen Ufern
11.10.2026, Kirche St. Leonhard, Bad Köstritz

Mit dem Madrigal Il Vasto Mar setzte Heinrich Schütz seinem Gönner Landgraf Moritz von Hessen ein klingendes Denkmal. In die Musik voll Jubel, Friedensbitten, Tränen und Hoffnung taucht Komponist Moritz Gagern (*1973) ein, greift Schütz' kompositorische Prinzipien behutsam auf, verwandelt sie und schreibt eigene Stücke, die in direktem Dialog mit dem alten Meister stehen. Entstanden ist ein Programm, das Vielfalt, Bandbreite und Offenheit repräsentiert. Einige Werke erklingen im Original, andere werden für die achtstimmige Besetzung von THE PRESENT neu gedacht – auf eine Weise, die bisher ungehört geblieben ist. Damit erklingt nach der Eröffnung auch im Abschlusskonzert zum Heinrich Schütz Musikfest 2026 eine Uraufführung.

Spuren, Renaissance, Export, Experiment - abwechslungsreiches Musikfest-Programm

Neben der Residence darf sich das Publikum auch zum Heinrich Schütz Musikfest 2026 auf ein abwechslungsreiches und hochkarätig besetztes Programm freuen, das Interimsintendant Gerd Amelung konzipierte. Schütz‘ Wirken als Lehrer und die Wahrnehmung seines Schaffens als Markstein einer „deutschen“ Musik Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts werden unter „Spuren“ beleuchtet. Diesen Schwerpunkt gestalten u.a. der Organist Léon Berben an der Fritzsche-/Weller-Orgel in Coswig bei Dresden, die lautten compagney BERLIN mit Musik von Schütz-Schülern in Bad Köstritz, das Konzert des Silbermann-Preisträgers 2023 Kilian Homburg in Zeitz und Benjamin-Joseph Steens, belgisch-französischer Spezialist für historische Tasteninstrumente, mit Instrumentalwerken von Schütz-Kollegen bei einem Clavichord-Rezital in Weißenfels.

Der Wiederentdeckung des Werks von Heinrich Schütz im 19. und frühen 20. Jahrhundert widmet sich „Renaissance“. Diese Perspektive ist beim ersten Weißenfels-Gastspiel des Thomanerchores seit 28 Jahren, im Konzert „Geistliche Chormusik“ des Dresdner Kammerchores mit Werken von Schütz und Distler sowie dessen Zeitgenossen in der Annenkirche Dresden sowie in der Auseinandersetzung des GewandhausChores mit Arrangements der Schütz-Passionen von Carl Riedel (1870) sowie Werken von Johannes Brahms und Arnold Mendelssohn in der Dresdner Martin-Luther-Kirche zu erleben.

Klingende Spuren hat Schütz auch außerhalb Deutschlands hinterlassen. Unter dem Schwerpunkt „Export“ widmen sich diesen Spuren im europäischen Ausland Le Nuove Musiche (Bratislava) und die Capella dell’halla (Bad Reichenhall) mit ihrem Programm „Unterwegs: Schütz‘ Exequien in der Zips“, das die Musik der protestantischen Diaspora in der Slowakei um 1650 zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Erkundung macht – zu erleben in Dresden und Weißenfels. Und das Johann Rosenmüller Ensemble unter der Leitung von Arno Paduch rückt im Konzert „Der Herr ist mein Licht“ in Gera Werke der Cousins Heinrich Schütz und Heinrich Albert in den Mittelpunkt.

Gestaltungsspielräume, die ihnen „Experiment“ im Heinrich Schütz Musikfest 2026 schafft, nutzen die Klang- und Performance-Künstlerin Thea Soti und das aufstrebende Barockmusik-Spezialensemble Paper Kite bei ihren Live Sessions in Dresden und Gera mit bekannten und unbekannten Schätzen aus Schützens Werk. Gemeinsam ermöglichen sie unter dem Titel „RE:SCHÜTZ“ ein frisches Hören Alter Musik – und lassen Details hörbar werden, die der klassischen Interpretation verborgen bleiben.

Programmvorstellung in Bad Köstritz

Das Programm für das Heinrich Schütz Musikfest 2026 wurde am heutigen Dienstag im Beisein der neuen MBM-Geschäftsführerin Dr. Beate Agnes Schmidt im Besucherzentrum Dreiseitenhof der Köstritzer Schwarzbierbrauerei GmbH, das in diesem Jahr zum zweiten Mal Musikfest-Spielstätte und unweit des Geburtshauses von Heinrich Schütz gelegen ist, vorgestellt. – Gastgeber und Brauerei-Geschäftsführer Uwe Helmsdorf: „Als Köstritzer Schwarzbierbrauerei unterstützen wir die Ausrichtung eines Konzertes im Dreiseitenhof bei uns in der Brauerei im Rahmen des diesjährigen Heinrich Schütz Musikfests gern. Es unterstreicht unsere enge Verbindung zum Heinrich-Schütz-Haus, das wir traditionell mit vielfältigen Aktivitäten begleiten. Dabei geht es uns nicht nur um die historische Bedeutung des Ortes – schließlich gilt er als die eigentliche Geburtsstätte des Köstritzer Schwarzbiers –, sondern vor allem um seine heutige Rolle als Haus voller kultureller Vielfalt und als wichtige Begegnungsstätte in Bad Köstritz und für die gesamte Region. Dem Heinrich Schütz Musikfest wünschen wir viel Erfolg und großen Zuspruch.“

Kartenvorverkauf zum Heinrich Schütz Musikfest 2026 gestartet

Eintrittskarten für die Veranstaltungen zum Heinrich Schütz Musikfest 2026 sind im Vorverkauf erhältlich. Neben normalen Tickets und Ermäßigungen (u.a. für Studierende, Auszubildende, Schwerbeschädigte) gibt es auch in diesem Jahr wieder besondere Angebote:

  1. Schülerinnen und Schüler zahlen mit dem „Junior!_Ticket“ nur 7 Euro.
  2. Mit dem „PlusEins!_Ticket“ kostet der Eintritt für einen Erwachsenen und ein Kind (bis 18 Jahre) nur 22 Euro.
  3. Wer mit einer größeren Gruppe unterwegs ist oder mehrere Konzerte besuchen möchte, für den lohnt sich das „10_für_6“-Angebot: ab sechs Karten in einem Bestellvorgang gibt es für Eigenveranstaltungen des Musikfestes 10 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis.

Tickets sind online über die Internetseite des Heinrich Schütz Musikfests www.schütz-musikfest.de sowie an allen Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich. Im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz, in der Gera Information, in der Touristinformation Weißenfels, in der Tourist-Information Zeitz, an der Konzertkasse der Kreuzkirche Dresden, im Haus der Kirche – Dreikönigskirche Dresden sowie beim Besucherservice der Frauenkirche Dresden kann man ebenfalls Tickets erwerben.

Weitere Informationen, das ausführliche Programm sowie Tickets für das Heinrich Schütz Musikfest 2026 gibt es im Internet unter www.schütz-musikfest.de.

Presseservice


Heinrich Schütz Musikfest 2026

Veranstalter
Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.


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