23.09.2025
Die Höhepunkte des HEINRICH SCHÜTZ MUSIKFESTs 2025
PRESSEINFORMATION, 23.09.2025
Weltsichten. Zwischen den Zeiten
Die Höhepunkte des Heinrich Schütz Musikfests 2025
„Weltsichten. Zwischen den Zeiten“ – unter diesem Titel steht das Heinrich Schütz Musikfest 2025, das am 2. Oktober 2025 feierlich eröffnet wird und bis zum 12. Oktober 2025 in Dresden, Bad Köstritz, Gera, Weißenfels und Zeitz ein facettenreiches Programm bietet. Veranstalter ist die Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM) in Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern in den Schütz-Orten Mitteldeutschlands. Auf dem Programm stehen rund 40 Veranstaltungen: Konzerte, musikalische Lesungen, Musiktheater, Ausstellungen und Führungen ebenso wie musikalische Gottesdienste und Vespern. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.
Als artist in residence wird Gregor Meyer das Heinrich Schütz Musikfest 2025 gemeinsam mit „seinen“ Ensembles – dem GewandhausChor und dem Ensemble 1684 – sowie spannenden Gästen maßgeblich prägen. Vier Programme, die in fünf Residenzkonzerten beim Heinrich Schütz Musikfest 2025 zu erleben sind, gestaltet Gregor Meyer als Kommunikationsmomente und versteht diese auch als herzliche Einladung an das Publikum, zu Themen aus Gesellschaft und Wissenschaft ins Gespräch zu kommen.
Fümf Residenzkonzerte – vier Themen – eine Uraufführung
RESONANZ: Gemeinsam mit dem Ensemble 1684 und dem Kammerchor des Clara-Wieck-Gymnasiums Zwickau, in dem Gregor Meyer als Schüler selbst gesungen hat und seine erste Begegnung mit der Musik von Heinrich Schütz hatte, begibt sich der artist in residence auf die Suche nach Antworten auf die Frage, was die Welt und die Menschheit zusammenhält und wo wir sowie künftige Generationen Orientierungspunkte finden. Zu den barocken Chorwerken von Heinrich Schütz und Johann Rosenmpller hat der Komponist und Leipziger Universitätsorganist Daniel Beilschmidt (*1978) das Spiegelwerk Stimmen geschaffen, das in diesem Konzert uraufgeführt wird. Darin gehen in Texten von Mitschüler:innen der Zwickauer Chorsänger:innen die Wünsche und Vorstellungen auf, die die Jugendlichen für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft definieren.
→ Eröffnungskonzert „Resonanz“ | 02.10.2025, Kirche St. Leonhard, Bad Köstritz
MIKROKOSMOS: Im
Internationalen Jahr der Quantenphysik 2025 schlägt Gregor
Meyer eine ganz außergewöhnliche Brücke zur Wissenschaft.
Werke aus Heinrich Schütz’ Kleinen geistlichen Konzerten I und II
gruppieren sich in diesem extra für das Heinrich Schütz
Musikfest konzipierten Programm entlang von
quantenphysikalischen Phänomenen. Ein multidisziplinäres, interkulturelles
Ensemble – Philipp Rumsch, Viola
Blache, Matthias Knoche, Yoed Sorek, Christoph Sommer, Ali Pirabi – greift unter der Leitung des artist in residence
naturwissenschaftliche Impulse der Dresdner Quantenphysikerin Prof. Elena Hassinger auf und
arbeitet die kleinsten Einheiten in der Musik von Heinrich Schütz in all ihren
schillernden Facetten heraus. Das
Programm „Mikrokosmos“ ist eine Kooperation des Heinrich
Schütz Musikfests mit dem Würzburg-Dresdner Exzellenzcluster ct.qmat und
der TU Dresden. Zu erleben ist dieses Residenzkonzert zweimal: in einem
Hörsaal der TU Dresden – so etwas hat es beim Heinrich Schütz
Musikfest noch nicht gegeben – sowie im Zeitzer Schloss
Moritzburg.
→ Festkonzert „Mikrokosmos“ |
03.10.2025, Heinz-Schönfeld-Hörsaal/Barkhausen-Bau, TU Dresden | 05.10.2025, Festsaal Museum Schloss Moritzburg, Zeitz
TRANSZENDENZ: Lucia Ronchetti (*1963) hat mit Prosopopeia – A Study of Personification (2010) ein Werk geschaffen, das die Musikalischen Exequien von Heinrich Schütz aufgreift. Mit einer Theatralität, die dem barocken Bestattungsritual ähnlich ist, spinnt sich um die Originalmusik ein Spannungsfeld aus Vergangenheit und Gegenwart, aus Leben, Sterben und Tod. Flankiert wird die Aufführung mit Texten u.a. von Torquato Tasso, Pierre de Marbeuf und Richard Crashaw, reflektiert von Bestatter und Bestseller-Autor Eric Wrede. Lucia Ronchetti wird ebenfalls vor Ort sein.
Prosopopeia istnach 2012 zum zweiten Mal beim Heinrich Schütz Musikfest zu erleben: In diesem Jahr nehmen sich Mitglieder des GewandhausChores und des Gewandhausorchesters Leipzig unter der Leitung von Gregor Meyer dem mitreißenden Werk an und schlagen souverän die Brücke zwischen Alter und Neuer Musik.
→ Festkonzert „Transzendenz“ | 10.10.2025, Dreikönigskirche, Dresden
MAKROKOSMOS: Auszüge aus den Psalmen Davids und den Symphoniae sacrae III von Heinrich Schütz sowie Werke von Johann Rosenmüller öffnen Augen und Ohren für das, was das irdische Dasein übersteigt. Umfassend sind Klang und Kraft der großbesetzten Werke, die Gregor Meyer gemeinsam mit Mitgliedern des GewandhausChores und des Ensembles 1684 erklingen lässt.
Die Meteorologin, Klimawissenschaftlerin und angehende Astronautin Dr. Insa Thiele-Eich, eine bekannte und inspirierende Stimme der Wissenschaftskommunikation, ergänzt den Abend durch ihre Einblicke aus Wissenschaft und Gesellschaft – eine Verbindung von Musik und Forschung, die das Publikum in neue Sphären eintauchen lässt.
Zu Beginn des Abschlusskonzerts wird Dr. Christina Siegfried für ihr langjähriges, überaus erfolgreiches und außerordentlich ideenreiches Wirken als Geschäftsführerin der Mitteldeutschen Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. sowie als Intendantin des Heinrich Schütz Musikfests geehrt und aus ihren Ämtern verabschiedet.
→ Abschlusskonzert „Makrokosmos“ mit Verabschiedung von Dr. Christina Siegfried | 12.10.2025, St. Marienkirche, Weißenfels
Konzerhöhepunkte beim Heinrich Schütz Musikfest 2025
Drei außergewöhnliche Trauermusiken – drei klingende Zeugnisse vom Umgang mit Tod, Trost und Ewigkeit. Heinrich Schütz’ Musikalische Exequien (1636), geschrieben für die feierliche Bestattung des Fürsten Heinrich Posthumus Reuß, gelten als erstes vollständig erhaltenes deutsches Begräbnisoratorium – ein Werk von tiefem Ausdruck und liturgischer Dichte. Michael Wiedemanns Epitaphium Musicum (1693) erklingt in Wiedererstaufführung. Das dreiteilige Begräbniskonzert orientiert sich eng an Schütz’ Exequien und ist eine echte Entdeckung des international gefeierten Ensembles Polyharmonique. Den Abschluss bildet Johann Sebastian Bachs Actus Tragicus. Oft als Summe der barocken Sterbemusik verstanden, leuchtet es gleichsam über Schütz und Wiedemann hinaus.
→ Letzte Dinge und ewiges Licht mit Verleihung des Internationalen Heinrich-Schütz-Preises 2025 |
03.10.2025, St. Marienkirche, Gera-Untermhaus
Intensiv verdichtet kreist der mit dem Booker Prize 2024 ausgezeichnete Roman Umlaufbahnen von Samantha Harvey (*1975) um die Frage, wie sich die Weltsicht, das Weltempfinden und das Miteinander verändern, wenn der Mensch seine Heimat nur aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht. Miron Andres nähert sich der Menschheitsfrage nach der eigenen Heimat in dieser musikalischen Lesung als Gratwanderer zwischen der Alten und der elektronischen Musik. Aus dem Roman Umlaufbahnen liest Helene Grass.
→ Umlaufbahnen | 03.10.2025, Laurentiuskirche, Weißenfels
Charakteristisch für die Barockmusik in Mitteldeutschland ist die reiche Orgellandschaft. Die bedeutenden Instrumente, die in den vergangenen Jahrzehnten mit großem Engagement gepflegt worden sind, sind klingende Zeitzeugen, wenn sie die Kirchenräume als steinerne Vermittler „zwischen den Zeiten“ erfüllen. Mit Nicolas Berndt gastiert in diesem Jahr beim Heinrich Schütz Musikfest ein Musiker an der Zeitzer Eule-Orgel, der in der langen Tradition der Naumburger Wenzelsorganist:innen steht.
→ Orgelkonzert zum Tag der
Deutschen Einheit | 03.10.2025, Dom St. Peter und Paul, Zeitz
Die Vanitas ist ein prägendes Motiv der Frühen Neuzeit, das das Menschsein umspannte und Weltsichten prägte. Die Gewissheit, dass die Dinge dieser Erde zwar kostbar, aber vergänglich sind, war nicht morbide. Nicht selten schwingt sogar eine gewisse Heiterkeit im steten Bewusstsein der Endlichkeit des eigenen Seins mit. Bei ihrem Solo-Debüt beim Heinrich Schütz Musikfest gibt die Sopranistin Monika Mauch gemeinsam mit dem Ensemble The Earle his Viols eine intime Sicht auf die Innen-Welt des späten 16. Jahrhunderts – mit Liedern von William Byrd, John Bull, Thomas Tallis, Robert Parsons und anderen, die in ihrer Intensität beinahe zeitlos klingen.
→ Tears from the Soul | 04.10.2025, Schlosskirche
St. Trinitatis, Weißenfels
Die niederländische Dramatikerin Lot Vekemans (*1965) gibt in ihrem gleichnamigen Monolog Judas – dem Jünger, der Jesus verriet – ein Gesicht und eine eigene Geschichte, die intensiv nachhallt in Instrumentalmusik der Schütz-Zeit. Der Schauspieler Christian Klischat begibt sich gemeinsam mit dem Ensemble Fantasticus um den Gambisten Robert Smith tief hinein in diese Geschichte aus Zweifel, Enttäuschung, Hoffnung, Missverstehen und Verrat.
→ Was ist Wahrheit? | 04.10.2025, Societätstheater Dresden | 05.10.2025, Schlosskirche St. Trinitatis, Weißenfels
In Dresden lässt sich der Wandel der Wechsel vom Zeitalter des kontrapunktischen Stils zu dem des Generalbasses prominent an den Namen der wohl bedeutendsten und einflussreichsten Musiker ihrer Zeit festmachen: Heinrich Schütz und Guiseppe Peranda. Zum 350. Todestag von Peranda spüren die drei Spitzenensembles Ælbgut, Instrumenta Musica und La Rubina unter der Leitung von Ercole Nisini mit großbesetzten Werken demGenerationswechsel nach, der sich ab 1650 nicht ganz konfliktfrei am Dresdner Hof vollzog.
→ Schütz und Peranda: Stilwechsel am Dresdner Hof | 08.10.2025, Loschwitzer Kirche, Dresden
Bei ihrem Musikfest-Debüt entfalten der Lautenist Joel Frederiksen und sein Ensemble Phoenix Munich eine berührende Hommage an den 1974 mit nur 26 Jahren verstorbenen englischen Liedermacher und Folk-Poeten Nick Drake, der schon auf Zeitgenoss:innen wie ein verlorener Elisabethaner wirkte: zart, romantisch, tiefgründig. Auf historischen Instrumenten erklingen seine Songs in neuem, altem Licht – verwoben mit Lautenliedern von John Dowland und Thomas Campion.
→ Requiem for a Pink Moon | 09.10.2025, Trinitatiskirche, Gera
Die
Gründe für Flucht und Exil waren und sind unzählig: politische Verfolgung,
innere Entfremdung, eine unmögliche Liebe oder auch ein begangenes Verbrechen,
Flucht vor Katastrophen. Der Verlust oder die Abkehr von der Heimat rufen
starke Gefühle hervor, die Künstler:innen seit der Antike zu fassen suchen. Das belgische Utopia
Ensemble gibt mit einem a capella-Programm und Werken, die im 16. und 17.
Jahrhundert das Fremdwerden und -sein in der Welt und vor Gott reflektieren,
sein Debüt beim Heinrich Schütz Musikfest.
Exklusiv für dieses Programm schuf der Autor Philipp Blom (*1970)
„Spiegeltexte“ zu den Werken der Frühen Neuzeit, die von Jobst Schnibbe
gelesen werden.
→ En terre estrange: Von Flucht und Exilen | 10.10.2025, Kirche St. Leonhard, Bad Köstritz
Das kompositorische Vermächtnis von Heinrich
Schütz gehört zum festen Repertoire der Knabenchöre. Im Zeitzer Dom lässt der Windsbacher
Knabenchor unter der Leitung von Ludwig Böhme raumfüllende Chorwerke
von Heinrich Schütz sowie Johann Bach, Felix Mendelssohn-Bartoldy und Johannes
Brahms erklingen. Der weltberühmte Knabenchor begeistert mit großer Musikalität
und einer Reise durch die Musikgeschichte.
è Zu Gast: Die Windsbacher | 10.10.2025, Dom St. Peter und Paul, Zeitz
Zahlenmystik zieht sich durch alle Epochen und Weltanschauungen. In Werken von Heinrich Schütz, Johann Theile, Johann Christoph Bach, Matthias Weckmann und Franz Tunder kristallisieren die Gambistin Romina Lischka und ihr Hathor Consort als weltweit gefeierte Spezialist:innen für außergewöhnliche Konzertprogramme die vielgestaltigen Angebote für ein klingendes Nachdenken über jene Kraft heraus, die die Menschheit bis heute auffordert, das Wunder der Schöpfung von der Erde aus zu verstehen.
→ Himmlisch Maß und irdisch Klang | 11.10.2025, Unterkirche der Frauenkirche Dresden
Weitere Informationen
und das ausführliche Programm sowie Tickets für das Heinrich Schütz Musikfest 2025 gibt es im Internet unter www.schütz-musikfest.de.
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