Heinrich Schütz in Orchestronik übersetzt: „Kaleidoskop der Räume“ von Fabian Russ als CD-Box erschienen

04.10.2022

Eines der faszinierendsten Botschafterprojekte des Festjahrs SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ gibt es jetzt auch auf CD. Der vierteilige Zyklus „Kaleidoskop der Räume“ des Klangkünstlers und Orchestronikers Fabian Russ ist gerade beim Leipziger Label und Verlag Zweitausendeins in einer vier CDs umfassenden Box erschienen.

PRESSEINFORMATION, 04.10.2022

Heinrich Schütz in Orchestronik übersetzt:

„Kaleidoskop der Räume“ von Fabian Russ als CD-Box erschienen

Eines der faszinierendsten Botschafterprojekte des Festjahrs SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ gibt es jetzt auch auf CD. Der vierteilige Zyklus „Kaleidoskop der Räume“ des Klangkünstlers und Orchestronikers Fabian Russ ist gerade beim Leipziger Label und Verlag Zweitausendeins in einer vier CDs umfassenden Box erschienen.

Das im Auftrag von Heinrich Schütz Musikfest und SCHÜTZ22 entstandene Werk kann mit dieser CD-Box in zwei Varianten erlebt werden: in normalem Stereo und in binauralem Stereo, optimiert für Kopfhörer. Binaurale Aufnahmen ermöglichen eine maximal realistische Reproduktion unseres räumlichen Hörens. So entsteht ein dreidimensionaler Klang. Ausgangspunkt der Kompositionen sind Aufnahmen mit dem Dresdner Kammerchor unter Leitung von Hans-Christoph Rademann, die im Rahmen der Schütz-Gesamteinspielung beim Carus-Verlag entstanden.

Während des Festjahres SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ war die Klanginstallation 2021 und 2022 an verschiedenen Orten, u. a. in Dresden, Gera, Weißenfels, Zeitz, Magdeburg, Zittau, Schneeberg, Kassel und Brüssel zu erleben. Für die vielen begeisterten Hörer:innen wurde durch den erzeugten 3D-Audio-Klang in den beiden variabel einsetzbaren Realisierungsvarianten als 8-Kanal-Installation wie vor allem im halbkugelförmigen 3D-Audio-Dome mit seinen 32 Lautsprechern ein einzigartiges räumliches Erleben und vollkommenes Eintauchen in alle klanglichen Facetten möglich. Die binaurale Ausspielung für Kopfhörer der vorliegenden CD-Aufnahmen erzeugt ein annähernd vergleichbares Klangerlebnis wie das Hören der Werke im 3D-Audio-Dome.

Fabian Russ: „Das Projekt „Kaleidoskop der Räume“ mit dem Heinrich Schütz Musikfest | SCHÜTZ22, namentlich Dr. Christina Siegfried, ist für mich eines der außergewöhnlichsten und schönsten Projekte meiner bisherigen Laufbahn als Komponist und Orchestroniker. Die vorliegende CD-Box bildet in hervorragender Weise ab, was wir über die Jahre in der Zusammenarbeit mit dem Festival, Hans-Christoph Rademann und dem Dresdner Kammerchor erarbeitet haben und vermittelt vor allem mit den beiden CDs in binauraler Version einen prächtigen Eindruck dessen, was die Klanginstallationen klanglich dreidimensional präsentieren.“

Es sind vier zentrale Schütz-Werke, die für Fabian Russ zu Bezugspunkten wurden. Werke, die in ganz unterschiedlichen Lebensphasen des Barockkomponisten entstanden: 1619 die „Psalmen Davids“ SWV 22–47, die Schütz als frischgebackener Hofkapellmeister als Frucht seines Studienaufenthalts in Italien und erste große Werksammlung herausbrachte. 1635/36 komponierte er anlässlich der Begräbnisfeierlichkeiten von Heinrich Posthumus Reuß mit den „Musikalischen Exequien“ eine der kunstvollsten und ergreifendsten Trauermusiken des 17. Jahrhunderts. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges, 1648, gab er seine „Geistliche Chormusik“ heraus, die mit „Verleih uns Frieden“ SWV 372 eines seiner heute bekanntesten Werke enthält. Seine Motette „Da pacem, Dominae“ SWV 465 komponierte er 1627 für den Kurfürstentag in Mühlhausen und adressierte mit ihr unüberhörbar den Wunsch nach Frieden. Schließlich die „Johannespassion“ SWV 481, die wie die beiden anderen Passionsvertonungen als großartiges Alterswerk 1666 in Weißenfels entstand.

„Fabian Russ taucht mit „Kaleidoskop der Räume“ ein in die komplexen Werke von Heinrich Schütz, gestaltet einen bewegenden Dialog mit den Originalkompositionen, spürt den vielschichtigen Verschränkungen nach und kreiert einen neuen Klangraum. Er extrahiert im Sampling-Verfahren Teile daraus, kombiniert diese miteinander, stellt sie in einen neuen Kontext und verwebt das Eigene mit den Originalaufnahmen. Moderne Kompositionsweise, zeitgemäßes Sounddesign und innovative Audiotechnik treffen auf die Musik des 17. Jahrhunderts. Letztlich kann man sagen, dass das klangliche Ergebnis in seinem künstlerischen Konzept etwas für Menschen ist, die nach intensiven Klangerfahrungen suchen und Lust auf Experimente haben“, sagt Dr. Christina Siegfried, Intendantin des Heinrich Schütz Musikfests | SCHÜTZ22.

Fabian Russ beschreibt es selbst mit diesen Worten: „Was den dramaturgischen Gesamtbogen zwischen diesen vier Teilen angeht, so habe ich mir gedacht, dass ich versuchen möchte, immer mehr und immer tiefer in diese Werke einzutauchen, immer stärker dort hineinzuzoomen, mich eben auch mehr mit der klanglichen Beschaffenheit von Schütz zu beschäftigen, und dort nach ganz ursprünglichen Aspekten zu suchen, die mir ein anderes Arbeiten ermöglichen, wo ich dann die Möglichkeit habe, dem Zuhörer später ein Erlebnis zu ermöglichen, was sich stärker mit Klang und auch mit Kontemplation, vielleicht im weiteren Sinne auch mit Meditation tatsächlich beschäftigt, um in dieser Musik einen eigenen Platz zu finden, andere Gefühle möglich zu machen und die Vorgaben nicht so stark und starr zu halten, wie es der Fall wäre, wenn ich noch viel näher am Original geblieben wäre. – Ich versuche, eine andere Welt zu eröffnen.“

Die CD-Box „Kaleidoskop der Räume“ ist ab sofort zum Preis von 29,99 Euro beim Label Zweitausendeins bestellbar, und zwar unter www.zweitausendeins.de . Zweitausendeins-Geschäftsführer Peter Deisinger: „Fabian Russ transportiert mit seiner Orchestronik-Komposition die Friedenssehnsucht der Chöre bei Heinrich Schütz in unsere hoch fragmentierte Welt und gibt der Utopie ein jetztzeitiges, sehr inspirierendes Gesicht. Für uns ist das ein ganz wichtiges und äußerst aktuelles Projekt. Hören Sie rein!“

Terminhinweis :

Im Rahmen des Heinrich Schütz Musikfests im Festjahr SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ kehrt die Klanginstallation „Kaleidoskop der Räume“ noch einmal in die Unterkirche der Frauenkirche Dresden zurück und ist dort vom 6. bis 16. Oktober 2022 zu den Zeiten der Offenen Kirche im 3D-Audio-Dome zu erleben (Eintritt frei). Die Vernissage findet am 6. Oktober 2022, 10.00 Uhr statt. Weitere Termine unter www.schütz-musikfest.de.


SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“

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