Facettenreiches Programm auf den Spuren des Sagittarius

15.10.2023

4500 Besucher beim 26. Heinrich Schütz Musikfest / Termin für 2024 steht fest

Zum Abschluss des 26. Heinrich Schütz Musikfests führt die Hamburger Ratsmusik unter der Leitung von Simone Eckert am heutigen Sonntagabend in Bad Köstritz „elbwärts“ und beschließt damit auch die Festival-Residence. Während mehr als 40 Veranstaltungen in Bad Köstritz, Gera, Weißenfels, Zeitz und Dresden, den Schütz-Orten Mitteldeutschlands, zählte die Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. als Veranstalter seit dem 6. Oktober rund 4500 Besucher eines sehr erfolgreichen Festivals.

„Die 26. Ausgabe des Heinrich Schütz Musikfests hat einmal mehr bewiesen, dass es unzählige Möglichkeiten und Formate gibt, sich mit Heinrich Schütz und der Musik seiner Zeit auseinanderzusetzen. Das diesjährige Thema „Klang.Welt.Wissen“ gab exzellenten Künstlern und Ensembles aus dem In- und Ausland Raum für ein facettenreiches Programm. Mit Konzerten in historisch-informierter Aufführungspraxis, Neuer Musik für historische Instrumente, Exkursionen in die Musik des Orients und Science Fiction, bei spannenden Führungen, Vorträgen und Einführungsgesprächen war auch in diesem Jahr das Angebot überaus abwechslungsreich. Höchste musikalische und interpretatorische Qualität begeisterte langjähriges, aber auch ganz neues Festivalpublikum. Und so konnten wir wieder einmal erleben, dass man kein Experte für Alte Musik sein muss, um sich vom Klangkosmos eines Heinrich Schütz und seiner Zeitgenossen faszinieren zu lassen“, sagt Musikfest-Sprecherin Uta Schirmer.

Besondere Höhepunkte waren die artist in residence-Konzerte der Hamburger Ratsmusik unter der Leitung von Gambistin Simone Eckert. Mit fünf Festkonzert-Programmen sowie in weiteren Veranstaltungsformaten gastierte das Ensemble in wechselnder Besetzung in Gera, Dresden, Weißenfels, Zeitz und Bad Köstritz – mit Gesangssolisten oder Instrumentalisten aus Teheran, in musikalischen Lesungen, einem Schulkonzert und bei einer Quellenpräsentation. Zudem präsentierte Simone Eckert im Rahmen des Heinrich Schütz Musikfestes erstmals ihre gerade erst von Caroline Zillmann aufwändig in Dresden restaurierte Gambe, die wohl um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert in Italien gebaut wurde – mit Holz, dessen jüngster Jahresring nachweislich Heinrich Schütz‘ Geburtsjahr 1585 zugeordnet werden kann.

„Die zehn Tage als artist in residence an den Originalschauplätzen des Lebens und Schaffens von Heinrich Schütz haben Gespräche, Begegnungen und Austausch ermöglicht – sei es mit den fachkundigen Leitern der Schütz-Häuser, sei es mit dem Publikum, gelegentlich sogar noch in den Straßen und Gaststätten nach den Konzerten. Jede der Spielstätten von Dresden über Bad Köstritz bis nach Weißenfels und Zeitz ist von kulturhistorisch herausragender Bedeutung und inspiriert uns immer wieder zu neuen Recherchen und Programmideen für eine lebendige Musikvermittlung. Danke an das großartige Organisationsteam und die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Festivals für diese „Pilgerreise“ auf den Spuren des großen Sagittarius!“, zieht Simone Eckert, Gründerin und Leiterin der Hamburger Ratsmusik, Bilanz.

Einen weiteren Höhepunkt setzte der gestrige Abend im Kleinen Schlosshof des Residenzschlosses in Dresden. Vor rund 200 Gästen wurden die Ensembles Musica Fiata und La Capella Ducale unter der Leitung ihres Gründers Roland Wilson mit dem Internationalen Heinrich-Schütz-Preis 2023 für exzellente künstlerische Leistungen und langjährige wie nachhaltige Verdienste um die lebendige Vermittlung und Verbreitung der Werke des frühbarocken Meisters ausgezeichnet. Im Anschluss an die Verleihung der von Anna Franziska Schwarzbach geschaffenen Ehrenmedaille aus Silber präsentierten Musica Fiata und La Capella Ducale eine absolute Rarität: Roland Wilsons Rekonstruktion von Heinrich Schütz‘ verschollener Oper „Dafne“.

Die Friedenssehnsucht, die in der Musik von Heinrich Schütz und seinen leidgeprüften Zeitgenossen in größter Intensität enthalten ist, hat das Musikfest in diesem Jahr noch einmal auf ganz besondere Weise getragen. Die Kämpfe in der Ukraine dauern nun schon weit mehr als ein Jahr lang an und auch an anderer Stelle sind erneut Krieg, Terror und Tod zu beklagen. Musikfest-Sprecherin Uta Schirmer: „Just an dem Tag, als uns die ersten Nachrichten von den Kriegshandlungen im Nahen Osten erreichten, schlossen die Ensembles Polyharmonique und Art d’Echo ihr gemeinsames Konzert in Weißenfels mit den Worten „Friede sei über Israel!“ aus Johann Schelles Psalmvertonung „Die auf den Herren hoffen“. Als das Programm zusammengestellt wurde, hatte wohl niemand geahnt, wie bedauerlich aktuell diese Zeile genau an diesem Samstagabend sein würde.“

Das Heinrich Schütz Musikfest ist das einzige überregionale Festival, das dem „Vater unserer modernen Musik“ und ersten deutschen Komponisten von europäischem Rang gewidmet ist. Als länderübergreifendes Festival wird es in einem Netzwerk unterschiedlichster Partner organisiert und durchgeführt. Die wichtigsten Säulen sind die Heinrich-Schütz-Häuser in Bad Köstritz und Weißenfels, der Verein Dresdner Hofmusik e.V. und der Förderverein Musikfreunde Eule-Orgel Zeitzer Dom e.V. sowie weitere, teils langjährige Kooperationspartner in allen drei Bundesländern.

Das nächste Heinrich Schütz Musikfest findet vom 4. bis 13. Oktober 2024 statt. Es sucht nach Spuren weiblicher Kunst- und Musikförderung zur Zeit des frühbarocken Meisters und lenkt zugleich den Blick auf Gegenwartskünstlerinnen.


Heinrich Schütz Musikfest 2023

Veranstalter
Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V.


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